Ausstellung:

"Fürstin Margarete von Thurn und Taxis als Künstlerin"

Sonderausstellung in Schloß Ballmertshofen
vom 8. Mai bis 10. Juli 2005



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Vor 50 Jahren starb Fürstin Margarete von Thurn und Taxis (1870 -1955). Sie war nicht nur eine faszinierende Persönlichkeit, sondern auch eine begabte Künstlerin, die zahlreiche Gemälde und Skulpturen hinterlassen hat.

Die gebürtige Erzherzogin von Österreich, Ururenkelin von Kaiserin Maria Theresia, hatte in ihrer Jugend eine fundierte künstlerische Ausbildung erhalten. Ihre Lehrerin, die Malerin Olga Wisinger-Florian, spielte in der Wiener Kunstszene des ausgehenden 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle. Ihre virtuose, farbintensive Malerei hat die Kunst Fürstin Margaretes wesentlich geprägt. Nicht nur in Gemälden, sondern auch bemalten Gegenständen wie Ofenschirmen, Bilderrahmen, Fotoalben oder Postkarten läßt sich ihre Meisterschaft bewundern.

War es damals als Frau bereits mutig, sich dem Malen mehr als nur zum Zeitvertreib zu widmen, so galt das erst recht für die Bildhauerei. Fürstin Margarete hat sich dieser Kunst vielleicht noch ernsthafter als der Malerei gewidmet. Davon zeugen in Dischingen zwei Kriegerdenkmäler, der Hl. Nepomuk auf der Egaubrücke sowie zwei Parkskulpturen.

Die Ausstellung in Schloß Ballmertshofen versucht anhand von Fotos und anderen Dokumenten das ereignisreiche Leben der Fürstin nachzuvollziehen. Besonderes Augenmerk wird auf die Entstehung ihrer Dischinger Werke gelegt, wobei sich der enge Kontakt zwischen der Bevölkerung und dem fürstlichen Haus offenbart. Leihgaben aus Schloß Taxis und Privatbesitz vermitteln einen Eindruck vom unerschöpflichen künstlerischen Schaffen der Fürstin, das ihr bis ins hohe Alter mühelos von der Hand zu gehen scheint.

Fürstin Margarete von Thurn und Taxis verkörpert eine Epoche, die längst untergegangen ist. Die Erinnerung an "Ihre kaiserliche und königliche Hoheit" läßt ein -nicht nur für Dischingen - interessantes Stück Geschichte wieder lebendig werden.

(Ursula Angelmaier)

 

Schloß Ballmertshofen

Die Egau abwärts, südlich von Dischingen, liegt Ballmertshofen. Hier war bereits in der Römerzeit ein Egauübergang, wie Funde bezeugen; hier trafen sich zwei Straßen, nämlich die von Dillingen die Egau aufwärtsführende und eine Poststraße, die von Ulm - Giengen nach Nordost zog.

An diesem strategisch wichtigen Punkt stand sicher schon früh eine Burg; heute steht da das Ortsschloß aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Es ist ein stattlicher Bau, mit einem Turm an seiner Nordostecke, mit einem Rustikal-Portal und bedeutenden Decken-Stuckaturen im Inneren. Erbaut von den Herren von Leonrod, war es in der Thurn und Taxis'schen Zeit fürstliches Rentamt und Sitz des Oberjägermeisters.

Mitte des vorigen Jahrhunderts kam das Schloß an die Gemeinde, die es als Schul- und Rathaus nützte. - Aufwendige Restaurierungsarbeiten sind in den letzten Jahren durchgeführt worden.

Seit 1994 ist im Schloß die von Dr. Horst Moeferdt begründete Ländliche Bildergalerie, die eine Sammlung von Wandschmuck aller Art aus den Bauernhäusern des Härtsfeldes zeigt, in den stilvollen Räumen untergebracht.

 

 



[Aus dem Faltblatt für die Ausstellung: "Fürstin Margarete von Thurn und Taxis als Künstlerin", veranstaltet von der Ländliche Bildergalerie im Schloss, vom 8. Mai bis 10. Juli 2005]

 

 

 
     
 

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