Ausstellung:

Meißen für die Zaren. Porzellan als Mittel sächsisch-russischer Politik im 18. Jahrhundert

Staatliche Kunstsammlungen Dresden - Porzellansammlung - in Kooperation mit der Staatlichen Eremitage St. Petersburg



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Katharina zu Pferde, 1770, St. Petersburg, Staatliche Eremitage

Für die sächsischen Kurfürsten war der russische Zarenhof im 18. Jahrhundert der wichtigste Bündnispartner. So wäre ohne die finanzielle, vor allem aber militärische Unterstützung Russlands das zentrale Projekt sächsischer Politik der ersten Jahrhunderthälfte zum Scheitern verurteilt gewesen - die sächsisch-polnische Union, bei der die sächsischen Kurfürsten August der Starke sowie dessen Sohn zugleich polnische Könige waren. Aber auch nach dem Ende der Union im Jahre 1763 blieb die russische Unterstützung für Sachsen von großer Bedeutung.

 
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Apollo-Vase,
1744, St. Petersburg, Staatliche Eremitage

Insofern war es eine Frage politischer Klugheit, die politischen Beziehungen zwischen Sachsen und Russland zu pflegen. Diesem Zweck dienten hier wie andernorts auch diplomatische Geschenke. Dabei konnten die sächsischen Herrscher auf etwas zurückgreifen, das in der ersten Jahrhunderthälfte kein anderer europäischer Hof zu bieten hatte: Porzellan aus eigener Fertigung. Zum ersten Mal wird diese Verknüpfung von Porzellan und Politik in einer Ausstellung thematisiert, die zugleich die künstlerische Vielfalt dieser Porzellangeschenke vor Augen führt - seien es markante Einzelstücke, mehrteilige Figurengruppen oder umfangreiche Service. Der zeitliche Bogen spannt sich von Peter dem Großen bis zur Herrschaft Katharinas der Großen, wobei nicht nur die Zaren oder Zarinnen selbst, sondern auch wichtige Regierungsmitglieder oder Feldherrn Präsente erhielten.

 
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Vase mit dem Zarenwappen,
ca. 1727, Amsterdam, Rijksmuseum

Nicht zuletzt dieser Geschenkpraxis ist es zu verdanken, dass Meißner Porzellan in Russland schnell bekannt wurde und sich großer Beliebtheit erfreute. So wurden die Zaren zu den bedeutendsten Auftraggebern der ältesten europäischen Porzellanmanufaktur. Vor allem Katharina die Große gab Porzellan für sich selbst in Auftrag, belohnte damit aber auch verdiente Politiker und Generäle. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Glanzstücke der Meißener Porzellankunst vornehmlich aus der Eremitage, von denen die meisten zum ersten Mal außerhalb von St. Petersburg gezeigt werden. In Erinnerung an die lange Tradition sächsisch-russischer Beziehungen versteht sich die Ausstellung als ein Beitrag zur Neudefinition des deutsch-russischen Verhältnisses in der Gegenwart.

 



[Aus dem Faltblatt für die Ausstellung: Meißen für die Zaren. Porzellan als Mittel sächsisch-russischer Politik im 18. Jahrhundert, veranstaltet von den Staatliche Kunstsammlungen Dresden - Porzellansammlung - in Kooperation mit der Staatlichen Eremitage St. Petersburg im Residenzschloss Dresden, Georgenbau, vom 4. Juli bis 26. September 2004 - Weitere Informationen unter http://www.skd-dresden.de]

 
     
 

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